Dr. med. Antonia Stahl

Praxis für Ernährungsmedizin und hausärztliche Versorgung

Gicht  

Ein kurzer Überblick

Die Gicht (manifeste Hyperurikämie) gehört zu den so genannten Wohlstandserkrankungen und basiert auf einer erhöhten Harnsäurekonzentration im Blut (bei Männern liegt die Grenze bei 7,4 mg/dl Blut; bei Frauen bei 6,7 mg/dl). Ursachen für einen erhöhten Harnsäurespiegel sind ein plötzlicher Anstiegt der Harnsäure oder eine verminderte Ausscheidung in der Niere. Zu einem Gichtanfall kommt es, wenn sich so viel Harnsäure in der Gelenkflüssigkeit angesammelt hat, dass diese sich nicht mehr auflösen kann (so wie z.B. Salz in Wasser) und somit als Uratkristalle ausfällt. Die Kristalle locken Fresszellen an, welche dann über Mediatoren eine Entzündung in dem betroffenen Gelenk generieren und somit auch für die Schmerzen verantwortlich sind. In den meisten Fällen entsteht eine Hyperurikämie durch eine falsche (purinreiche) Ernährung. Purine sind kleine Moleküle, die u.a. wichtige Bestandteile unserer DNA sind und enzymabhänging zu Harnsäure abgebaut werden. Durch eine passende Ernährungsumstellung können die Harnsäurewerte aber gesenkt und eine aufwendige Medikation somit vermieden werden. 



Worauf muss ich achten?

Eiweiß Die meisten Menschen decken ihren Eiweißbedarf über Fleisch, oder im Falle von Veganern über Hülsenfrüchte. Da beides allerdings reich an Purinen ist, empfiehlt es sich diese Produkte streng zu vermeiden. Eine gute Alternative bieten hier fettarme Milch und magere Milchprodukte. 


Zucker Der Zuckerkonsum sollte, wie bei jeder ausgewogenen Ernährung, minimiert werden. Hiermit sind vor allen Dingen Fructose, Xylit, Sorbitol, sowie jegliche weiteren Zuckeraustauschstoffe und Süßungsmittel gemeint, die sich in Softdrinks, Sportriegeln, Fruchtjoghurt etc. befinden. Diese Zucker werden nämlich von der Leber anders als unser universeller Energielieferant Glucose (Traubenzucker) verstoffwechselt und  dann letztendlich zu Harnsäure abgebaut. Frisches Obst (kein Dosenobst) wirkt sich nicht so stark auf den Harnsäurespiegel aus und kann somit auf dem Speiseplan verbleiben.


Fette Eine fettreiche Ernährung hemmt die Harnsäureausscheidung über die Niere, so dass der Spiegel im Blut ansteigt. Dabei haben der Sättigungsgrad und die Herkunft (pflanzliche oder tierisch) keinen messbaren Effekt auf die Harnsäurekonzentration. Allerdings empfiehlt es sich, im Rahmen einer gesunden Ernährung, auf die Qualität der Fette zu achten (Olivenöl ist nicht gleich Olivenöl) und vorwiegend ungesättigte Fettsäuren zu sich zu nehmen.


Alkohol Alkohol beeinflusst den Serumharnsäurewert gleich auch zwei Wegen negativ: Zum einen senkt er durch seine Abbauprodukte die Harnsäureausscheidung in der Niere, zum anderen kurbelt er die Neubildung von Harnsäure in der Leber an. Einen besonderen Stellenwert unter den Alkoholen nimmt das Bier ein, welches zusätzlich (auch alkoholfreies Bier!) noch reich an Purinen ist. 


Die Deutsche Akademie für Ernährungsmedizin empfiehlt bei einer purinarmen Kost folgendes: 


Erlaubt sind:

  • max. Vier mal wöchentlich 100-150g Fleisch, Wurst oder Fisch
  • Fettarme Milch und magere Milchprodukte als Eiweißquelle
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr von 2,5 Litern täglich (z.B. Wasser, Tee, Kaffee)
  • Frisches Obst  


Einzuschränken sind:

  • Krustentiere, Hummer, Fisch mit hohem Puringehalt
  • Alkohol
  • Zugesetzte Zucker und Süßungsmittel (Fructose, Sorbitol, Xylit etc.), welche in Softdrinks, Sportriegel, Fruchtjoghurt u.ä. enthalten sind  
  • Erbsen, weiße Bohnen, Linsen, Brokkoli, Rosenkohl


Stark einzuschränken sind:

  • Jegliche Innereien (z.B. Leber, Niere, Bries, Herz)


Für eine fachspezifische Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin bei Dr. Antonia Stahl.