Dr. med. Antonia Stahl

Praxis für Ernährungsmedizin und hausärztliche Versorgung

Nahrungsergänzungsmittel 


 

Eine kurze Zusammenfassung 
Nahrungsergänzungsmittel sind in der heutigen Zeit ein durchaus kontroverses Thema: die eine Fraktion schwört auf sie, die andere wiederum hält sie für überflüssig. Tatsächlich ist es nicht einfach, sie in repräsentativen Studien auf ihre Wirksamkeit zu testen, da es kein allgemeines Gesetz zur Herstellung von Supplementen gibt. Sprich: jeder Hersteller kann sich seinen eigenen Mikronährstoffcocktail zusammen mixen. Im Gegensatz zu Medikamenten, die ein sehr langes und aufwendiges Zulassungsverfahren bestehen müssen, genügt es, wenn Nahrungsergänzungsmittel lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) registriert sind. Für die Sicherheit ihrer Produkte sind letztendlich allein die Hersteller verantwortlich. Nach aktueller Datenlage liegt die Wahrheit wohl zwischen den beiden gegensätzlichen Fraktionen: Für bestimmte Risikogruppen (dazu gehören vor allem Schwangere und kranke Senioren, aber auch Leistungssportler, Vegetarier und Veganer), ist es sinnvoll bis notwendig zusätzlich zur normalen ausgewogenen Ernährung bestimmte Substanzen zu nehmen, um den erhöhten Nährstoffbedarf zu decken. Der Nährstoffbedarf eines jeden Menschen setzt sich aus verschieden Faktoren zusammen. Dazu zählen Geschlecht, Körpergröße und -gewicht, Genotyp, körperliche Aktivität, Alter, Ernährungs- und Gesundheitsstaus, klimatische Bedingungen, Arzneimitteleinnahme und Genussmittelkonsum.  


Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel bestehen größten Teils aus sehr konzentrierten Vitaminen und Mineralstoffen. Darüber hinaus enthalten sie aber auch viele weitere Substanzen wie Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyme, probiotische Kulturen etc. 

Sie können in Pulvern, Dragees, Tabletten, Kapseln o.ä. verabreicht werden und dienen ausschließlich der Ergänzung der eigenen Ernährung; d.h. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneien und dürfen daher auch keine Nebenwirkungen haben, wenn die max. Tagesdosierung nicht überschritten wird. Wie sich die einzelnen Präparate zusammensetzen,  ist von Hersteller zu Hersteller wieder sehr unterschiedlich.  


Schwangere und Stillende 

Das Heranwachsen eines neuen Wesens im Mutterleib, verlangt dem Körper eine Menge Energie ab. So ist es nur logisch, dass der Körper während einer Schwangerschaft einen erheblichen Mehrbedarf (bis zu 100%) an den meisten Vitaminen und Mineralstoffen hat. Dazu gehören insbesondere die Vitamine A, D, B1, B6 und Folsäure, sowie die Zink, Eisen und Calcium. Gerade ein Folsäuremangel ist mit einer erhöhten Abort- und Frühgeburtenrate assoziiert. Darüber hinaus steigt das Risiko für Fehlbildungen des Neuralrohrs. Da sich diese Fehlbildung schon zwischen dem 22. und 28. Schwangerschaftstag (also bereit im ersten Monat) ausbildet, ist es empfehlenswert schon vor dem Eisprung den Fohlsäurebedarf adäquat zu decken.  

Auch auf eine ausreichende Vitamin D - Zufuhr sollte geachtet werden. Ein Mangel an diesem Vitamin begünstigt Entzündungen, oxidativen Stress, Schwangerschaftsdiabetes und Frühgeburten. Nach der Geburt können, durch einen Vitamin D-Mangel der Mutter, vermehrt Allergien und akute Atemwegsinfekte beim Kind auftreten.    

Bei Stillenden ist der Nährstoffbedarf sogar höher, als während der Schwangerschaft, da nun die Vitamin- und Mineralstoffspeicher wieder aufgefüllt werden müssen. Calcium, Magnesium, Eisen, Jod, Zink, sowie die Vitamine A, B1, B6, C, E, Niacin und Fohlsäure gehören z.B. zu diesen Nährstoffen. Da sich die Qualität der Muttermilch aus den zur Verfügung stehenden Nährstoffen ergibt, wirkt sich die Ernährung während der Stillzeit somit auf die Versorgung des Säuglings aus. 


Senioren

Im Alter sinkt physiologischerweise der Energiebedarf des Menschen, da eine verminderte Aktivität auch einen verminderten Grundumsatz mit sich bringt. Allerdings gilt dies nicht für Vitamine und anderen wichtige Nährstoffe. Eigentlich steig ihr Bedarf sogar an, weil ältere Menschen häufig an mehreren Krankheiten leiden und weniger Hunger verspüren, sodass sich hier mehrere Faktoren ungünstig addieren. Es kann ratsam sein, vor allem die Vitamine B12, D und Folsäure zu supplementieren. 


Leistungssportler 

Leistungssportler bringen ihren Körper häufig an seine physiologischen Grenzen. Durch die vermehrte Aktivität, steigen diverse Stoffwechselprozesse an und der Körper verliert mehr Schweiß. Daraus resultiert, dass sie einen gesteigerten Energie- und Mikronährstoffumsatz haben, welcher nicht immer vollständig über die Ernährung gedeckt wird. Athleten sollten auf einen ausgewogenen Nährstoffhaushalt achten, da sie durch eine Unterdeckung mit Leistungseinbrüchen, sowie vermehrten Infekte kämpfen können. Es wird empfohlen auf den Vitamin B1-, B2-, Niacin-, Eisen-, Magnesium- und Zinkhaushalt zu achten.  


Vegetarier und Veganer

Die vegetarische und vegane Ernährungsform weicht von den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ab, weil durch sie ein erhöhtes Risiko für eine Nährstoffunterversorgung besteht. Vitamin B12 gehört dabei zu den kritischsten Nährstoffen und sollte daher durch ein passendes Präparat supplementiert werden. Außerdem kann es zu Engpässen bei den essentiellen Aminosäuren, langkettigen Omega-3 Fettsäuren, Vitamin A, D und z.T. auch bei Eisen, Zink, Calcium und Jod kommen.  


Für eine fachspezifische Beratung vereinbaren Sie bitte einen Termin bei Dr. Antonia Stahl.